Israelische Terrorgruppen

In und nach dem Zweiten Weltkrieg kämpften verschiedene jüdische Gruppen der Haganah(1) im Nahen Osten für einen selbständigen israelischen Staat, wobei sie auch Terror und Massenmord nicht ausließen. Dabei tat sich ein Mann hervor, der Führer der Irgun (2) wurde: Menachem Begin, der spätere israelische Regierungschef(3). Er ließ unter anderem 1946 das King-David-Hotel in Jerusalem in die Luft sprengen. Dort befand sich damals das britische Hauptquartier. Dabei kamen mehr als 92 Menschen ums Leben, mehr als bei der Kristallnacht 1938 in ganz Deutschland. Die britische Mandatsverwaltung ließ steckbrieflich nach Begin fahnden; auf seinen Kopf waren 20.000 Mark ausgesetzt(4). Er wurde nicht gefunden.

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Es gab auch eine jüdische Untergruppe, die den individuellen Terror predigte, die nach Abraham Stern benannte “Stern-Bande”. Bereits 1944 ermordete sie den britischen Kolonialminister Lord Moyne(5). Damals war Stern schon tot, er war von Polizei erschossen worden. Der ihm folgende “Vorsitzende” der Killergruppe war Itzhak Schamir, der spätere israelische Außenminister.

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Ein Aufsehen erregendes Verbrechen einer israelischen Gruppe war der Mord an dem Schwedischen Graf Folke Bernadotte am 17. September 1948 in Jerusalem. Der Graf war als Vermittler der UNO im Nahost-Konflikt tätig. Die Mörder blieben zunächst unbekannt. 1988 wurde in der Presse(6) über die Täter berichtet. Der Mord wurde beschlossen von Professor Israel Eldad und einem Mann namens Jitzschak Lezernitz, der später Jitzhak Schamir nannte, der ober genannte spätere Außenminister. (6a) Auch der Spiegel(7) berichtete über den Mord an Bernadotte. Nach Ablauf der israelischen Verjährungsfrist bekannte sich der jüdische Journalist Nadel als Mittäter: Vier Mitglieder der Sternbande” waren die Mörder gewesen.

Auf den deutschen Physiker und raketenbauer Heinz Kleinwächter(8) wurde im Februar 1963 ein Mordanschlag in Lörrach durch den Mossad, den israelischen Geheimdienst, verübt. Im November 1963 explodierte ein an den Raketenbauer Wolfgang Pilz(9) adressiertes Schreiben in den Händen seiner Sekretärin, die dabei ihr Augenlicht verlor. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang auch der Versuch von Mossad-Angehörigen, Bundeskanzler Adenauer im März 1952 durch ein Bombenattentat zu töten: In München wurden zwei Buben von Unbekannten aufgefordert, gegen ein Trinkgeld ein Päckchen zur Post zu bringen. Den beiden Jungen fiel die Anschrift mit ihren orthographischen Fehler auf, und sie trugen es zur Polizei. Dort hat der 46 jährige Brand- und Sprengmeister Karl Reichert das Paket geöffnet, wobei es ihn zerriß. ER verstarb noch an Ort und Stelle. Durch ein Phantombild wurde der Täter in Paris gefaßt, und alle Spuren wiesen nach Israel hin. Von Paris wurden der israelische Terrorist und seine Kumpane ausgewiesen. Adenauer verzichtete auf eine Anklage und Untersuchung, denn was war schon das Leben eines deutschen Beamten wert!

Am 8. Juni 1967 griffen israelische Jagdbomber das amerikanische Fernmeldeaufklärungsschiff “Liberty” an, die dabei beschädigt wurde. Anschließend erzielte ein israelisches Schnellboot einen Torpedotreffer. Die Besatzung des amerikanischen Schiffes hatte 34 Tote und 75 Verwundete(10).

Auch das Unternehmen “Zedern”(11) von 1978 muß in diesem Zusammenhang genannt werden. Dieses Vorhaben war ein sogenannter Gegenschlag für die Ermordung von 35 Israelis durch Palästinenser. Angesichts dieser Opfer gab es mindestens 700 Tote und 160.000 Heimatvertriebene auf palästinensischer Seite. Fragt man nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel, so ergeben sich sonderbare Verhältnisse.

Als der 17 jährige Jude Herschel Grznszpan den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath 1938 in Paris erschossen hatte, kam es zur Kristallnacht, bei der 91 jüdische Menschen getötet und 267 Synagogen in Brand gesteckt worden sein sollen. Dieses Vorgangs wird jährlich ausführlich gedacht.

Im Juni 1982 ereignete sich ein ähnlicher Fall. Der israelische Botschafter in London, Shlomo Argov, wurde angeschossen. Ohne den Täter zu kennen, gab der damalige israelische Ministerpräsident Menachem Begin den Befehl, den Libanon anzugreifen. Darüber schrieb Dietrich Strothmann in der nicht als antisemitisch verschriebenen Zeit(12): “Blinde Rache – Der Sturm kam prompt, ausgeführt mit brutaler Schonungslosigkeit und schon drei Stunden nach dem Londoner Attentat. Erst waren die Bomber nahe Beirut ihre todbringende Last ab, auf Stellungen palästinensischer Guerillas wie auf Zivilisten. Auf den ersten Luftangriff über hundert tote Araber, darunter Frauen und Kinder. Und der Kreislauf der Gewalt fordert noch mehr Opfer: Weitere israelische Bombenangriffe, dann palästinensische Vergeltungsschläge mit Raketen und Granaten auf israelische Dörfer, daraufhin israelische Gegenschläge auf libanesische Städte und Siedlungen mit Flugzeugen und Geschützen – bis schließlich die israelische Armee einrückte. Der Krieg ist da, der Waffenstillstand, der nicht einmal ein Jahr hielt, endgültig zerbrochen. Es sieht alles wie nach einem sorgfältig vorbereiteten, kühl kalkulierten Plan aus. Anders als bei dem Litani-Unternehmen vom März 1977, bei dem die palästinensischen Partisanen vor den vorwärtsstürmenden Israelis Richtung Norden entweichen konnten, sollen ihnen diesmal Landungen südlich Beiruts den Fluchtweg abschneiden. Und anders als im Juli 1981, da bei einem enzigen Vergeltungsschlag auf die libanesische hauptstadt fast dreihundert Menschen getötet und annährend achthundert verletzt wurden, soll diesmal tabula rasa gemacht werden”

In dem Buch “Les vengeurs”(13) von Michel Bar-Zohar wird David Frankfurter ein jugoslawischer Jude, als der erste Rächer bezeichnet. Dieser hat den Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP, Wilhelm Gusloff, 1936 in Davos ermordet. Frankfurter wurde deswegen in einem am 8 Dezember 1936 begonnenen Prozeß in Bern am 12 Dezember 1936 zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt(13), aus dem er 1945 entlassen wurde.

Anmerkungen:

  • 1. Haganah, hebräosch = Vereinigung, nationale militärische Untergrundbewegung der Juden in Palästina von 1920 – 1948, die nach der Staatsgründung im israelischen Heer aufging. Vgl. Lexikon des Judentums. 1971
  • 2. Irgun=irgun Zewai Leumi, abgekürzt EZEL. Nationalmilitärische Organisation- Seit 1939 kämperische jüdische Untergrundbewegegung gegen die britische Mandatsregierung. Sie war radikaler als die Haganah. Zunächst von Wladimir Jabotinskz, seit 1943 von Menachem Begin geführt. Selbsauflösung 1949. Vgl Lexikon des Judentums, 1971
  • 3. Menachem Begin wurde 1913 in Brest-Litowsk geboren und verstarb 1992 an den Folgen eines Herzinfarkts. Im Dezember 1979 erhielt er (zusammen mit Sadat) den Friedensnobelpreis. Ein halbes Jahr später gab er den Befehl – mitten im Frieden – als rein vorbeugende Maßnahmen den irakischen Atommeiler OSIRAK durch Luftangriff zu zerstören, was dann auch erfolgte. 1982 ließ er israelische Truppen in den Libanon einmarschieren.
  • 4. Nach einer Darstellung in der Welt vom 10 März 1992 war auf seine Ergreifung eine Prämie von 10.000 englischen Pfund ausgesetzt.
  • 5. Lord Moyne, ein persönlicher Freund Churchills, war im britischen Kabinett damals Kolonialminister. Er wurde als britischer Regierungsvertreter im Mittleren Osten nach Kairo entsandt. Am 6 Novermber 1944 wurde er von jüdischen Terroristen in Kairo ermordet. Vgl Arnold Schoenenberg, “Der Nahe Osten, rückt näher!,” Isar Verlag, Landshut 1957
  • 6. Vierzig Jahre nach der Ermordung des grafen Bernadotte in Jerusalem wurde auch in der deutschen Presse über die Bluttat berichtet, z.B. Stuttgarter Zeiting vom 15. September 1988, Der Spiegel Nr 40 von 28 September. Bernadotte hatte den Auftrag der UNO im ersten jüdischen-arabischen Krieg 1948 zu schlichten.
  • 6a Nach “Alt for Israel”, von Odd Karsten Tveit, J W Cappelens Forlag, Oslo, 1986 S.157 war Yehoshua Cohen der Mörder von Graf Folke Bernadotte. (RjH)

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Der Morder Yehoshua Cohen rechts.

  • 7. Der Spiegel No 40 vom 28.9. 1988
  • 8. Heinz Kleinwächter, Ingenieur und Raketenbauer, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Ägypten arbeitete. Im Februar 1963 versuchte der Mossad einen Mordanschlag auf ihn, dem er nur knapp entging. Vgl Erich Follath, “das Auge Davids”, Goldmann-Stern Bücher, Goldmann Verlag, München 1980
  • 9. Wolfgang Pilz, Raketenbauer, der schon im Zweiten Weltkrieg in Penemünde an der V2 gearbeitet hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er für die Franzosen die ‘Véronique’. Später ging er nach Ägypten. Am 27 November 1963 erhielt er einen eingeschriebenen Luftpostbrief, den seine Sekretärin Hannelore Wende öffnete. Dabei explodierte eine Sprengladung, und Frau Wende verlor ihr Augenlicht
  • 10. “Krieg und Frieden. Weltgeschichte von 1945 bis Gegenwart”, Band 1, Seite 625
  • 11. “unternehmen Zedern”, war das Codewort der israelischen Armee für eine militärische Invasion im Libanon. Diese Invasion war lange geplant. Ein Palästinenser-Überfall auf Israel wurde zum Anlaß genommen. Die Israelis hatte 35 Tote, darunter auch Kinder. Die Palästinenser hatten dann mindestens 700 Toten. Vgl “Der Spiegel, Nr 12-13, 1978
  • 12. Die Zeit, Nr 24, von 1982
  • 13. Michael Bar-Zohar, “Les vegeurs” Librairie Arthéme Fayard, Paris 1968

Bundeskanzler Konrad Adenauer zum deutschen Soldaten:

“Wir möchten heute und vor diesem Hohen Hause im Namen der Regierung erklären, daß wir alle Waffenträger unseres Volkes, die im Rahmen der hohen soldatischen Überlieferung ehrenhaft zu Lande, zu Wasser und in der Luft gekämpft haben, anerkennen. Wir sind überzeugt, daß der gute Ruf und die große Leistung des deutschen Soldaten in unserem Volk noch lebendig geblieben sind und auch bleiben werden. Es muß auch gemeinsame Aufgabe sein, und ich bin sicher, wir werden sie lösen, die sittlichen Werte des deutschen Soldatentums mit der Demokratie zu verschmelzen”.

(Am 3 Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag)

“Sehr geehrter Herr Generaloberst! Einer Anregung nachkommend, teile ich mit, daß die von mir in meiner Rede von 3 Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag abgegebene Ehrenerklärung für die Soldaten der früheren deutschen Wehrmacht auch die Angehörigen der Waffen-SS umfaßt, sowie sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung bin ich ihr Adenauer”.

(Brief an den Senior der Waffen-SS, Generaloberst Paul Hausser, Ende 1952.)

Beide Zitate in: “Adolph Auffenberg-Komarow, Die besten Soldaten der Welt, München 1994, S 24 u. 31

 

Information

Autor: Randulf Johan Hansen

Quelle: k0nsl-archives

Datiert: 8/15/08

Bearbeitet von k0nsl.

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